Sora: OpenAI bringt den KI-Video-Generator nach Deutschland

OpenAI hat sein KI-Tool Sora nun in Deutschland eingeführt. Das wirft auch Fragen hinsichtlich des Urheberrechts auf. Was bedeutet das für Kreative?
Sora
Sora startet nun auch in Deutschland. (© Imago)

Mit Sora bringt OpenAI sein innovatives KI-Tool nach Deutschland, das Videos aus simplen Texteingaben erstellt. Nach Einführung in den USA und Großbritannien steht es nun auch deutschen Nutzern zur Verfügung. Doch während viele das Potenzial feiern, gibt es auch kritische Stimmen – vor allem, wenn es um das Urheberrecht geht.

Sora ist eine Künstliche Intelligenz, die aus wenigen Worten ganze Videos erschaffen kann. Nutzer können Szenarien vorgeben, Stilrichtungen wie „Film Noir“ oder „animierte Welten“ wählen und in nur wenigen Minuten professionelle Clips generieren. Besonders für Content Creator und Unternehmen könnte das Tool völlig neue Möglichkeiten eröffnen – etwa für Marketing oder kreative Projekte (über die Do’s und Dont’s von KI im Marketing).

Urheberrechtsdebatte: Ist das KI-Tool auf gestohlenen Daten gebaut?

Nachdem Sora im Dezember 2024 zuerst in den USA und dann in Großbritannien verfügbar wurde, ist es nun auch für deutsche Nutzer*innen freigeschaltet. Laut OpenAI waren zusätzliche Maßnahmen nötig, um die rechtlichen Anforderungen in der EU zu erfüllen. Nun steht Sora jedoch für zahlende Kund*innen von ChatGPT zur Verfügung.

Mit der Markteinführung von Sora in Europa ist jedoch auch wieder die Debatte entfacht: Hat OpenAI geschützte Werke ohne Erlaubnis für das Training der KI genutzt? Kritiker argumentieren, dass solche Modelle nicht ohne riesige Datenmengen auskommen – und dass ein großer Teil davon aus bestehenden kreativen Werken stammen könnte.

So kündigte OpenAI am Freitag den Start von Sora in der EU an. (Credit: Screenshot / X)

Besonders Plattformen wie YouTube sind alarmiert. Deren CEO Neal Mohan betonte, dass es gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen würde, wenn YouTube-Videos ohne Erlaubnis verwendet worden wären. Ob OpenAI tatsächlich auf solche Inhalte zurückgegriffen hat, bleibt unklar. Das Unternehmen selbst gibt an, dass Sora mit „öffentlich zugänglichen und lizenzierten Daten“ trainiert wurde.

Was bedeutet die Einführung von Sora für Kreative?

Mit dem neuen KI-Gesetz der EU, dem AI Act, gelten für Systeme wie Sora strenge Transparenzvorgaben. OpenAI muss offenlegen, dass die generierten Inhalte durch KI entstanden sind. Außerdem muss das Unternehmen dokumentieren, welche urheberrechtlich geschützten Werke möglicherweise für das Training genutzt wurden. Diese Regeln sollen Urheber schützen und sicherstellen, dass KI-Technologien fair und rechtlich sauber eingesetzt werden.

In der deutschen Medienbranche dürfte die Einführung von Sora gemischte Reaktionen auslösen. Während einige die neuen kreativen Möglichkeiten begrüßen, sorgen sich andere um ihre Rechte und Einkommensquellen. Besonders relevant ist die Frage, ob Künstler sich gegen die Nutzung ihrer Werke in KI-Trainingsdaten wehren können und wie eine faire Vergütung aussehen könnte.

Denn trotz klarer Regelungen gibt es weiterhin Diskussionen über die genaue Anwendung des Urheberrechts im Kontext von KI. OpenAI hat zwar die regulatorischen Hürden überwunden, doch die Diskussion über die faire Nutzung kreativer Inhalte ist noch lange nicht abgeschlossen.

(amx, Jahrgang 1989) ist seit Juli 2022 Redakteur bei der absatzwirtschaft. Er ist weder Native noch Immigrant, doch auf jeden Fall Digital. Der Wahlberliner mit einem Faible für Nischenthemen verfügt über ein breites Interessenspektrum, was sich bei ihm auch beruflich niederschlägt: So hat er bereits beim Playboy, in der Agentur C3 sowie beim Branchendienst Meedia gearbeitet.