Unterschiede zwischen West und Ost gibt es laut neuester Erhebung kaum, das Markenbewusstsein für besondere Momente ist im Osten nur leicht höher (65,3 Prozent) als im Westen (62,5 Prozent). „Den Markenprodukten billigen die Deutschen eine höhere Qualität zu. Für besondere Anlässe sind die Bundesbürger in Ost und West dann auch bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen“, analysiert Niels N. von Haken, Geschäftsführer der MDR-Werbung. Nur auf zwölf Prozent der Befragten in Deutschland treffe das „überhaupt nicht“ und auf 23,4 Prozent „weniger“ zu.
Die Befragten gehen in Ost und West durchschnittlich etwas mehr als zweimal pro Woche einkaufen. Dabei werden gleichermaßen Discounter und Supermärkte aufgesucht. Auffällig ist die höhere Bedeutung des SB-Warenhauses im Osten und des Supermarktes im Westen. Markentreue Kunden sind in Deutschland eindeutig in der Mehrheit, knapp die Hälfte der Befragten gibt an, (fast) immer dieselben Marken zu kaufen. Dieser Anteil ist in den Alten Bundesländern mit 47,9 Prozent allerdings höher als in den Neuen Bundesländern (43,5 Prozent). Im Osten zeigen sich fast 20 Prozent „probierfreudig“ in dem Sinne, dass sie verschiedene Marken kaufen, im Westen beträgt dieser Anteil der Konsumenten knapp 15 Prozent. „Ich habe zu markenlosen Produkten genauso viel Vertrauen wie zu Markenprodukten“, sagen mehr als 70 Prozent der Deutschen, die in den Neuen Bundesländern leben, jedoch nur rund 61 Prozent der Menschen in den Alten Bundesländern.
Im Osten Deutschlands zeigt sich laut Studie weiterhin Patriotismus: 34,2 Prozent der befragten Bewohner der Neuen Bundesländer bestätigen, dass Ostprodukte attraktiver seien. Hingegen sind es nur 9,2 Prozent der in Westdeutschland lebenden Konsumenten, die Westprodukte als großartig ansehen. In der aktuellen Erhebung wurde erstmals geprüft, ob auch in Nord und Süd Patriotismus herrscht und dies nicht nur als ein Ost-West-Phänomen anzusehen ist. In der Tat zeigen sich auch ein Fünftel der Norddeutschen und ein knappes Drittel der Süddeutschen davon überzeugt, dass ihre heimischen Marken attraktiver sind. Dies mündet darin, dass jeder dritte bis vierte Verbraucher bei einem Einkauf auf die Herkunft des Produktes achtet.